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Schwarmintelligenz

Dieser Text ist den Reisenden im vorgestrigen ICE 603 von Köln Richtung Basel gewidmet. Ich bin mir sicher, dass jeder von ihnen für sich ein ganz netter und kluger Mensch ist, aber im Bereich Schwarmintelligenz haben sie versagt.
Es begann damit, dass sehr viele Leute hastig aus dem am Gleis gegenüber liegenden IC 2213 herübergeströmt sind. Dabei lagen die 1.-Klasse-Wagen parallel zu den 2.-Klasse-Wagen und umgekehrt, weswegen alle in die falschen Zugteile gestiegen sind. Hauptsache, erst mal im Zug sein, sortieren kann man sich auch später noch, nicht wahr? Hat dann leider nicht so gut geklappt.
Bei dem, was sich im letzten, nach wenigen Sekunden voll besetzten 2.-Klasse-Wagen abspielte, musste ich zum ersten Mal seit vielen Jahren an Erdkunde denken. Plattentektonik. Konvergenz. Subduktionszone. Nach dem ersten missglückten Herumwuseln und Einquetschen der Menschen in der Mitte des Wagens gingen alle in den Verzweiflungsmodus. Sie stellten jegliche Bewegung ein und guckten traurig, weil sie keinen Sitzplatz hatten.
Bis zum nächsten Halt in Siegburg/Bonn hatten es zwei oder drei 1.-Klasse-Passagiere mit ihren kleinen Aktenköfferchen geschafft. Ich bin ausgestiegen und zwei Wagen weiter nach vorne gegangen. Da hatten die Menschen im Verzweiflungsmodus einen Platz gefunden, wo sie sich auf den Boden setzen konnten. Es waren noch 10 Sitzplätze frei. Wenn ich eine schlafende Oma wecken oder jemanden zwingen müsste, seine 4 riesigen Taschen auf dem Schoß zu stapeln, frage ich auch nicht, ob ich mich da hinsetzen kann. Aber die haben schon alle sehr schnell aufgegeben.


Ich könnte jetzt grade wieder zurück fahren. Die ganze Zeit schon. Auch wenn beim maximalen Verkehrsaufkommen nur ein Zugteil verkehrt und einen mittelschweren Triebfahrzeugschaden hat und es ganz doll schneit. Ich finde, das sollte die neue Definition von Eisenbahnromantik sein.
Setz den 1 Meter großen Plüschpinguin auf die Liste der Dinge, die ich dir kaufe, wenn ich mal mein eigenes Geld verdiene. Wenn es nie wieder riesige Plüschpinguine gibt, kannst du stattdessen eine Kegelrobbe oder so haben.


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9.11.10 20:47


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Ich will mit.

Es ist kalt hier.
Gut, dass du mein Herz gestohlen hast. So lange du es mit dir herumträgst und wärmst, werde ich sicher nicht erfrieren.

21.11.10 20:03



Yeah Yeah Yeah

Es geht jetzt noch mal um das Wochenende, und zwar etwas ausführlicher.
Wir waren bei den Fantastischen Vier in Frankfurt. Man sollte ja meinen, bei so großen Stars gäbe es immer ein riesiges Gedrängel und Geschubse und man müsste schon vormittags vor der Halle campen und dabei allmählich erfrieren, wenn man was sehen will. Aber nein, das gibt es nur bei Grönemeyer und Tokio Hotel. Für Ersteren bin ich bereit, das ab und an zu tun, aber schon merkwürdig, wenn man sieht, dass das auch ganz anders geht.

Es lief alles ganz entspannt, die Security hat sich köstlich über unsere 2 Liter an Trinkpäckchen amüsiert, und wir hatten einen wundervollen Platz in der ersten Reihe, wo der Herr Smudo kurz vor der Show einfach mal vorbeigelaufen ist.
Die Vorband war so gar nicht der Rede wert, aber dann haben vier 40-jährige Männer mehr als zwei Stunden ganz große Show gemacht, wobei einer sein T-Shirt ausgezogen und der andere Stagediving gemacht hat. Hat sich gelohnt.




Wir haben dann die S-Bahn um 2 Minuten verpasst und konnten noch ein bisschen den Hauptbahnhof bei Nacht bewundern. Niemand will mitten in der Nacht nach München, warum eigentlich?
Es ist schön, am Bahnhof zu sein und noch mal zusammen nach Hause zu gehen.


Nächstes Wochenende wird nicht so schön. Da steh ich auf dem Weihnachtsmarkt und verkaufe Suppe für unseren Abiball. Mir ist dann eingefallen, dass ich eine Weihnachtsmarktphobie habe, weil alles weihnachtlich ist und man sich nicht bewegen kann. Hoffentlich kommen nicht so viele Leute und alle wollen bloß unsere Suppe.

22.11.10 21:19



Schneeblind

Wie doof und ätzend Schnee eigentlich ist, merkt man dann, wenn man zum ersten Mal alleine das Auto freischaufeln muss.

Gestern, als ich auf dem Weihnachtsmarkt stehen musste (für die Finanzierung des Abiballs), hat es glücklicherweise noch nicht geschneit. Und noch besser war, dass auch keine Weihnachtsmusik gespielt wurde. Eine himmlische Stille, nur unterbrochen vom gelegentlichen scharrenden Quietschen des Kinderkarussells. Der Weihnachtsmarkt war wohl so klein, dass es sich nicht gelohnt hätte, dafür GEMA-Gebühren zu zahlen.
Da hatten die Leute dann richtig gute Laune. Aber der Verkauf lief trotzdem nicht so gut. Wer will schon Suppe, wenn an einem anderen Stand Waffeln angeboten werden? Letztendlich hätten wir einen Großteil der Suppen selbst essen können, aber jemand hatte sehr viele Frühlingsrollen für uns dabei. Ich kann schon nachvollziehen, warum die Suppen nicht so ein großes Publikum angelockt haben.

Unser Glühwein ging etwas besser. Schon allein, weil sehr viele engagierte Eltern und Lehrer vorbeigekommen sind, um sich zu betrinken uns zu unterstützen.

29.11.10 20:02




chaste & yvi