Heute Als nichts
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Na ja, was soll ich sagen. Der Sommer war nicht so lang, wie 6 Wochen eigentlich sein sollten.
Mir ist jetzt nicht so danach, viel zu erzählen. Es ist jetzt gerade mal ein Tag rum und schon sind hier nirgendwo mehr Spuren zu erahnen. Du könntest genauso gut schon seit einer Ewigkeit weg sein. Immer gewöhne ich mich so an dich, nur um dann doch wieder loslassen zu müssen.
Jetzt noch ein paar Tage, in denen ich alles wegschaffen muss, was liegen geblieben ist, und dann fängt der Alltag wieder an.
Ich vermisse dich.



Damit es hier wenigstens noch etwas zu sehen gibt, ein paar Fotos. Viele handeln davon, wie wir uns hier zwei Wochen lang ganz selbstständig ernährt haben. Zweimal ist beim Kochen der Rauchmelder angegangen. Das Miststück hat sich über uns lustig gemacht. In Wirklichkeit ist nichts auch nur im Geringsten angebrannt.

1 - Die anhängliche Katze, die uns hier öfter begegnet.
2 - Auf den Nudeln ist die ultimative Spezialsoße, deren Rezept so einzigartig ist, dass sie nie mehr nachgekocht werden kann.
3 - Dramatische Windräder vor dramatischem, apokalyptischem Wetter.
4 - Wenn man mit jemandem, mit dem man immer viel Spaß hat, Scrabble spielt, sollte sogar Scrabble Spaß machen. Theorie widerlegt. Außerdem hat dieses Scrabble einen englischen Buchstabensatz. Sieht man dem Brett die Frustration an? Das erste Wort war übrigens bereits 'Tot'.
5 - Unsere absolut epische Lasagne of Epicness, die wir fast ganz aufgegessen haben. Ehrlich.
6 - Würstchengulasch. Es sich den Platz hier einfach verdient.


Werden wir je wieder davon abkommen, unser Essen in Butter zu braten? Ein kleines Detail, das mit dazu beiträgt, dass es mit dir sehr, sehr toll ist.

13.8.10 17:59


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Alles beim Alten

Die Schule hat wieder angefangen.
Und wisst ihr was? Ich hab den besten Stundenplan aller Zeiten. So echt jetzt, ganz ohne Ironie. Ich muss montags erst zur 5. Stunde da sein, und freitags hab ich nur die ersten beiden Stunden. Verlängertes Wochenende WIN! Und der Rest ist auch ganz okay.

Als ich diesen Stundenplan zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mir ein bisschen Sorgen gemacht. Wurde die gesamte Organisationsetage der Schule ausgetauscht? Ist ein Haken an der Sache, wie etwa mehr Zeit für Sklavenarbeit beim Bau der neuen Mensa?

Aber nein, ich hatte einfach nur großes Glück. In der Schule ist nämlich alles beim Alten geblieben. Diese Dinge sind bisher in der ersten Woche passiert:
● Am ersten Tag war ich die ersten 4 Stunden sinnlos da. Da stand: 'Schreibt die Stundenpläne ab!' Aber da waren keine Stundenpläne. Man fühlt sich gleich wieder wie zu Hause.
● Die Fenster der neuen Mensa sind blau. Alle anderen Fenster sind braun.
● Im fertig renovierten Obergeschoss sind jetzt die meisten Türen weiß. Aber zwei oder drei sind immer noch braun. Von einer neuen Tür ist schon ein Stück Verkleidung abgesplittert.
● Die Computer funktionieren noch nicht.
● Die neuen Lehrer haben viele Schlüssel, aber nicht die richtigen.
● Im Jahrgang 12 gibt es einen Kurs mit 70 Schülern.
● Die ausgeschilderten Notausgänge werden immer noch nach der 6. Stunde abgeschlossen.
● Es gibt eine neue Schulglocke, die ist sehr deprimierend. Könnte daran liegen, dass sie einen Schlag zu lang ist und dieser Ton auch noch schief ist. Wenn man eine Klausur schreibt und nicht rechtzeitig fertig wird, sagt die Glocke einem: 'Du bist so was von verloren! Das ist das Ende deines kleinen, bedeutungslosen Lebens!'
● Auch dieses Jahr haben manche Leute kein Mathebuch gekriegt. Es gibt keinen Jahrgang über uns mehr, der alte Bücher nicht abgegeben haben könnte.

Ich finde diese Dinge beruhigend. Ohne sie wäre es nicht meine Schule.

Morgen fahre ich ganz weit weg. Noch weiter als sonst. Und ich werde zu einer Zeit ankommen, zu der ich letztes Jahr an einem Freitag noch in der Schule war.
Na ja, möglicherweise. Es ist die Bahn.
Ich fahre an die Nordsee, wo Sven gerade ist. Das ist kein Stalking, das ist romantisch!

So sieht es da aus. Wird schön.

19.8.10 22:46




Sommer: Epilog


Ist es nicht erstaunlich, was ich alles nicht mehr für eine unüberwindliche Entfernung halte? Wenn so eine Fahrt gerade mal 6 Stunden dauert, überhaupt kein Problem. Lohnt sich schließlich.

Es hat so was Ursprüngliches, Abenteuerliches, mit einem alten, klapperigen Intercity Hunderte Kilometer weit über Brücken und Tunnel in die Dämmerung hineinzufahren und sich dabei ein wenig mit lässigen Vielfahrern und ängstlichen Gelegenheitsfahrern auszutauschen.


Ich war am Meer, und es war für dieses Wochenende noch einmal so, als wäre der Sommer noch nicht vorbei.

Ich glaube, wir werden auch noch mal den Herbst und den Winter überstehen. Schon alleine dafür, dass ich mit dir wieder ans Meer kann. Und dann nehmen wir uns ein Schaf mit. Oder zwei. Oder drei. Die sind einfach zu niedlich.

23.8.10 20:50



Warum ich die Klassenfahrt vielleicht überlebe

Erst mal was Grundsätzliches. Seit ich eine neue, sehr sympathische Zahnärztin habe, die sagt, ich sehe aus wie Angelina Jolie, und die niemals vorwurfsvoll aufheult: 'DU hast dir die Zähne nicht richtig geputzt! Noch NIE! ', gibt es nur noch einen Grund, warum ich es hasse, dort hin zu gehen. Ich bin so gut wie immun gegen das Betäubungsmittel.
Ich hab da so eine Füllung, die schon zweimal rausgefallen ist. Deswegen musste das Loch jetzt ein bisschen größer gebohrt werden, damit die Füllung besser hält. Deswegen hat sie mir zwei Spritzen an verschiedene Stellen gegeben. Und dann noch zwei. Und dann noch mal reingestochen, um auszuprobieren, ab welcher Tiefe es noch ASDFJK#%§aaaaiiiiiiiwehtut. Sie fand das 'ungewöhnlich', weil man normalerweise 'schon bei der ersten Dosis Zähne zieht'. Dabei hat sie gelächelt, weil das wissenschaftlich so interessant war.

Während ich aufgrund der zahlreichen Einstichlöcher immer noch nicht so gut kauen konnte, habe ich über Essen nachgedacht. Nächste Woche ist unsere Abschlussfahrt nach London. In Dieses Hotel. Ich hatte schon mal darüber berichtet, was daran Absurd ist.
Das Gute ist: Wir kriegen dort nichts zu Essen, nur Frühstück. [Das war kein Paradoxon.]
Ja, ich finde es gut, dass wir uns die ganze Zeit selbst völlig überteuertes Essen jagen müssen. Das liegt an den Erfahrungen mit dem Essen bei allen bisherigen Klassenfahrten.
4. Klasse - Wir waren ganz klein und niedlich und haben alle ganz unschuldig in unsere kleinen Klassenfahrtstagebücher* geschrieben: 'Das Essen war sehr lecker, aber viel zu wenig. Ich hätte so gerne noch ein zweites Schüsselchen Nudelsuppe gehabt. Hunger...' [KEINE Übertreibung aus dramaturgischen Gründen.]
5. Klasse - An einem Tag gab es scharfes Essen. Wir sind hungrig ins Bett gegangen. An einem anderen Tag gab es Spätzle. Aber nur für zwei Tische. Die anderen mussten Reis essen. Und die Soße hat auch nur für zwei Tische gereicht. Ich hatte Glück, aber es hat mich trotzdem traumatisiert.
8. Klasse - Ich bin mir sicher, dass sie uns töten wollten. Oder sie wollten sehen, wie wir am Tisch der Lehrer betteln gehen, um unsere chemische Marmelade gegen eine Scheibe Käse einzutauschen. Es gab vermutlich nicht jeden Tag den gleichen sondern denselben Salat.
10. Klasse - Bis auf die Fleisch(?)bällchen, die wie Filzerdepappmachée [das ist jetzt ein Wort] geschmeckt haben, ganz okay. Das Geschirr war schmutzig, wahrscheinlich, damit es zum Rest des Hotels passte.

Ich bin sehr froh, dass ich diesmal jeden Tag zu McDonalds oder Subway gehen kann. Ich werde deswegen vielleicht überleben. Bericht folgt in diesem Fall.


[* Meine Lehrerin war begeistert von allem, was ich geschrieben habe. Warum habe ich nicht meinen Einfluss genutzt und in das Klassenfahrtstagebuch geschrieben: 'Ich hoffe sehr, hier muss nie wieder eine Klasse von unserer Schule hinfahren. Ich habe nämlich Angst, dass meine Freundin Tabitha aus der 3. Klasse nächstes Jahr hier hin fährt und verhungern muss.' WARUM?]

28.8.10 19:52




chaste & yvi